Anregende Düfte

Wohlbefinden geht durch die Nase

DüfteSchiller ließ sich vom Geruch faulender Äpfel inspirieren, der Protagonist in Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ wird von Aromen an vergangene Erlebnisse erinnert: Duftinformationen gelangen von der Nase auf kurzem Weg ins Gehirn und beeinflussen das Gefühlsleben ebenso wie Hormonproduktion, Immunsystem und vegetatives Nervensystem. Mit angenehmen Aromen lässt sich in Haus und Garten eine positive Stimmungswelt schaffen.

Der Duft frisch geschnittenen Grases ist eines der einfachsten Mittel, Glücksgefühle zu erzeugen und den Pegel an Stresshormonen zu senken. Die beim Schneiden von Gras und Blättern freigesetzten Substanzen wirken auf die für Gefühle und Erinnerungen zuständigen Areale des Gehirns. Der Effekt ist so eindrucksvoll, dass der Grasduft mittlerweile als Anti-Stress-Spray auf Flaschen gezogen wird.

Zahlreiche Pflanzen sondern Duftstoffe ab, die das Befinden positiv beeinflussen. In Form von Topfpflanzen, Kräutersträußen, ätherischen Ölen für Duftlampen, Badezusätzen oder aromatisierten Tees können Sie sich die Streicheleinheiten für die Nase nach Hause holen.

Aromen zum Aufatmen
  • Basilikum ist eher als Küchenkraut bekannt. Doch sein Öl ist ein Stimmungsaufheller, der in Räumen eine belebende Atmosphäre schafft.
  • Eukalyptus ist ein Wachmacher. Sein frischer Geruch fördert Konzentration und Kreativität, die ätherischen Öle machen bei Erkältungen den Kopf frei und unterstützen die Sauerstoffversorgung der Zellen.
  • Lavendel ist im Kleiderschrank ein wirksamer Mottenschreck. Der Duft der lila Blüten erinnert im Terrakottatopf auf der Terrasse ebenso wie im Badewasser an Urlaub am Mittelmeer, an Freiheit und Freizeit.
  • Melisse vertreibt mit ihrem warmen, zitronigen Duft Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervosität und Stress.
  • Minze kühlt bei Hitze und hilft als Tee gegen Verdauungsbeschwerden. Als Küchenzutat wie als Duft regt sie den Kreislauf an.
  • Neroli ist als aus den Blüten von Pomeranzen gewonnenes Öl ein wichtiger Parfümgrundstoff und verantwortlich für den Duft des berühmten Kölnisch Wassers. Es wirkt entspannend, anregend und entkrampfend.
  • Rose beruhigt und entspannt mit ihrem sinnlich-harmonischen Duft. Rosenöl ist aufwendig herzustellen: frische Rosen in der Vase oder als Stock im Garten sind ebenso eine Alternative wie Rosenwasser in Tee, Gebäck und Süßspeisen.
  • Rosmarin regt den Stoffwechsel an und stärkt Gedächtnis und Konzentrationsvermögen. Außerdem wirkt er entkrampfend.
  • Sandelholz prägt mit seinem süßlich-warmen Aroma den Duft von Räucherstäbchen. Seine beruhigende Wirkung lindert Angst, Unruhe und depressive Stimmungen.
  • Ylang-Ylang ist blumig, süß und schwer. Das aus den Blüten des Parfümbaums gewonnene Öl beruhigt und euphorisiert.
  • Zitrone hilft gegen Stress und fördert die Konzentration. Das aus den Schalen gewonnene Öl regt die Durchblutung an. Zitronenduft wirkt zugleich als Raumerfrischer.
  • Zitronengras hat im Zug der Asienwelle über die Küche seinen Einzug in die deutschen Heime geschafft. Ähnlich wie die Zitrone wirkt es erfrischend und anregend.
Einsatz mit Bedacht

Duftessenzen und Aromaöle wirken bereits in geringer Menge – ein paar Tropfen in der Duftlampe reichen aus. Wer in geschlossenen Räumen zu viel auf einmal verdampft, riskiert Augenreizungen und Hustenanfälle. Vorsicht ist auch in anderer Hinsicht angesagt: Nicht alle Produkte sind gesundheitlich unbedenklich.

Natürliche Duftöle aus biologischem Anbau sind wegen des geringeren Allergierisikos synthetischen Produkten vorzuziehen. Ätherische Öle sind für kleine Kinder gefährlich, wenn sie diese direkt auf die Schleimhäute bringen.

Beim Abbrennen von Räucherstäbchen entstehen – ähnlich wie beim Grillen – Krebs erregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH). Deshalb sollten Räucherstäbchen nicht in großen Mengen angezündet und für gute Lüftung gesorgt werden.

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